Regeln für Textverarbeitung und Schriftsatz

Für die Textverarbeitung am PC und für den professionellen Schriftsatz gelten zum Teil unterschiedliche Regeln. Sie sind bedingt durch

  • die technischen Beschränkungen, denen die Textverarbeitung noch immer unterliegt, und
  • die unterschiedlichen Ansprüche an die Professionalität der Gestaltung, die man an Gebrauchstexte (z. B. Korrespondenz, Bewerbung, Seminararbeit) und im Buch- bzw. Auflagendruck produzierte Texte (Zeitschriften, Bücher, Geschäfts- und Werbedrucksachen) stellt.

Traditionell wurde das Setzen von Texten aus beweglichen Lettern bei der Herstellung von Druckformen Schriftsatz genannt. Die typografischen Regeln dafür waren Spezialwissen von Schriftsetzern und (seit den 1950er-Jahren) Schriftsetzerinnen, die auch die Korrektur der Satzarbeiten in Typografie und Rechtschreibung übernahmen.

Im digitalen Satz werden die Regeln für die Vorbereitung von Texten für den Buch- oder Auflagendruck weiterhin »Regeln für den Schriftsatz« genannt, die in Layout- und Satzprogrammen umgesetzt werden. Für Texte in Büro und Verwaltung, die in einer Textverarbeitung erstellt und nur in Einzelstücken ausgedruckt werden, gelten stattdessen die Empfehlungen der DIN 5008.

Darstellung im Überblick

Der Duden Rechtschreibung enthielt seit der 9. Auflage (1915) stets einen Abschnitt mit Vorschriften für den Schriftsatz, später zusätzlich einen Abschnitt mit Hinweisen für Maschinenschreiben für die eingeschränkten Möglichkeiten der Schreibmaschine.

Mit der Ablösung der Schreibmaschine durch den PC und der Weiterentwicklung der Textverarbeitung nähern sich auch die Normen immer mehr denen für den Schriftsatz an. Der Duden (Band 1, Rechtschreibung) bot in der 23. Auflage (2004) erstmals eine gemeinsame Darstellung, seit der 24. Auflage (2006) trägt sie den Titel »Textverarbeitung und E-Mails«. Der Abschnitt stellt die Regeln für Textverarbeitungs- und Satzsysteme dar, ist also ein Nachfolger der Vorschriften für den Schriftsatz. Ergänzend ist jeweils angemerkt, wo die DIN 5008 von den allgemeinen Richtlinien abweicht.

Regeln für den Schriftsatz

Die Regeln für den Schriftsatz (Mikrotypografie, Detailtypografie) bilden eine sog. gegebene, also im Gebrauch entstandene Norm, sie beruht nicht auf der Festsetzung irgendeiner Institution. Sie wird in typografischen Lehr- und Handbüchern dargestellt und entwickelt sich mit Satz- und Drucktechnik sowie Zeitgeschmack weiter. An Textarbeiter, die Texte für den professionellen Satz vorbereiten, wenden sich

Brigitte Witzer (Hrsg.): Duden. Satz und Korrektur. Texte bearbeiten, verarbeiten und gestalten. Dudenverlag 2003.
ISBN 3-411-70551-5 (bei Amazon suchen)

das Taschenbuch Duden. Satz und Korrektur. Materialiensammlung. Dudenverlag 2003.
ISBN 3-411-70541-8 (bei Amazon suchen)

Nachtrag: Beide Titel sind inzwischen vergriffen. 2014/2015 wurde der Ratgeber »Duden – Satz und Korrektur« als E-Book angeboten; das PDF ist mit der Buchausgabe von 2003 identisch. Im Moment (Anfang 2016) scheint keine Ausgabe verfügbar.

Regeln für die Textverarbeitung

Die DIN 5008 »Schreib- und Gestaltungsregeln für die Textverarbeitung« (aktuelle Fassung vom April 2011) ist eine Norm für die Textgestaltung in Büro und Verwaltung. Sie ist der Nachfolger der »Regeln für Maschinenschreiben« (unter diesem Titel erschien sie bis 1987) und wird jeweils vom Normenausschuss Informationstechnik und Anwendungen (NIA) erarbeitet.

Der Originaltext ist als Sonderdruck verfügbar: Schreib- und Gestaltungsregeln für die Textverarbeitung: Sonderdruck von DIN 5008:2011. Beuth Verlag 2011.
ISBN 978-3-410-21367-3 (bei Amazon suchen)

Marion Kümmel Über Marion Kümmel

Marion Kümmel ist freie Lektorin und Federwerkerin. Seit 2001 übernimmt sie Textdienstleistungen für Publikumsverlage, Agenturen, Firmen und Autoren. Sie redigiert Sachbücher und Fachtexte, wissenschaftliche Veröffentlichungen sowie Texte aus Unternehmenskommunikation und Werbung. Ihre Texterfahrungen vermittelt sie in Vorträgen und Schulungen.

Sie brauchen Unterstützung für ein Textprojekt? » Erfahren Sie mehr über das Angebot.